Erkältungskrankheiten aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin

Da ich z. Zt. in meiner Praxis häufig Erkältungskrankheiten behandelte, möchte ich in diesem Monat kurz auf die Erkältungskrankheiten aus Sicht der TCM (Traditionellen Chinesische Medizin) eingehen.

Ursprünglich dient die TCM der Verhütung und Vorbeugung von Krankheiten.
In der kalten Jahreszeit gehört zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gegen Erkältungskrankheiten eine erwärmende, abwehrsteigernde Ernährung.
In der TCM werden Nahrungsmittel – wie in den vorherigen Tipps bereits besprochen und auch Kräuter unter anderem nach ihrer Temperaturwirkung eingeteilt, d.h. ob sie uns nach dem Genuss (einer Mahlzeit oder eines Tees) kühlen oder erwärmen.
Pfefferminze kühlt, während Ingwer und Pfeffer beispielsweise erwärmend.

Vorweg: diese Informationen ersetzen nicht den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker.

Oft höre ich in diesen Tagen in meiner Praxis
„Obwohl ich auch im Sommer in die Sauna gehe, hat`s mich nun schon wieder erwischt“
„Oh, schon wieder ein Kratzen im Hals. Es hat mich, glaube ich, erwischt, und wenn ich Pech habe, ist morgen die Erkältung mit allem, was dazu gehört, voll im Gange.“
„Obwohl ich immer meine Abwehrkräfte stärke, passiert es mir immer mal wieder, dass ich mich erkälte.“
„Mal nicht aufgepasst und auf der Suche nach dem Bademantel nackt bei offenen Fenstern und ohne Pantoffeln durch die Wohnung gelaufen - schon habe ich mich wieder erkältet.“
„Habe Zug bekommen!“

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sieht man Erkältung so:
Kälte (aber auch Wind und/oder Feuchtigkeit) dringt in den Körper ein, die Poren schließen sich, damit keine Energie verloren geht. Aber die Kälte bleibt dadurch im Körper und deshalb fließt die Lebensenergie, die die Chinesen Qi (auch oft Chi geschrieben) nennen, langsamer. Und je langsamer dieses Qi fließt, desto eher kann es sich stauen. Durch diesen Stau kann es dann binnen zwei bis drei Tagen zu übermäßiger Hitze kommen, die sich mit den typischen Hitzesymptomen zeigt: Fieber, schneller Puls, Durst und Halsschmerzen.

Der Rat dann an die Patienten: Tees trinken oder Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die Kälte, Wind und Feuchtigkeit wieder aus dem Körper vertreiben. Unterstützt werden kann zusätzlich mit Akupunktur, Schröpfbehandlungen, Tuina, Kräutermedizin und den richtigen Nahrungsmitteln.

Je nach Konstitution zeigt die Erkältung andere Symptome:

Dem „Hitze-Typ“ mit leichtem Schwitzen und Halsschmerzen ist mit scharf-kühlen
Getränken wie Pfefferminztee und einem Reisbrei mit weißem Rettich gut geholfen.

Der „Kälte-Typ“ mit Frösteln, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schnupfen und
Husten mit weißlichem Auswurf sollte jetzt besser einen Reisbrei mit frischem Ingwer oder mit Lauch und Frühlingszwiebeln essen und dazu einen scharfheißen Erkältungstee.

Dies ist nur ein kleiner Einblick in Erkältungskrankheiten aus Sicht der TCM.

Um eine genauere TCM Diagnose zu stellen bedarf es auch hier wieder eine genauen Befragung, einer Zungen- und Pulsdiagnose.

[ 29.09.09 ]
Bleiben Sie gesund, Ihre Beate Winterfeld

Ihre Beate Winterfeld

© by Heilpraktikerin Beate Winterfeld