Beate Winterfeld Heilpraktikerin
Brain-Gym
Schlüssel zum besseren und leichteren Lernen mit dem ganzen Hirn
aus: inform, 2002, Zeitschrift des "Eltern werden – Eltern sein e.V".
Brain-Gym (engl. Gehirngymnastik) ist der Name für eine Reihe einfacher und amüsanter Bewegungsübungen und Aktivitäten zur Förderung der Lernfähigkeit Diese Übungen sind für alle Altersklassen – vom Kleinkind bis ins hohe Alter – geeignet. Kinder und Erwachsene, sowie Lehrer, Meister, Sportler, Manager, Frauen und Männer, jeder profitiert von Brain-Gym. Diese Übungen sind nicht nur erfolgreich bei Lernschwierigkeiten, sondern helfen auch bei Konzentrationsstörungen, Koordinationsschwierigkeiten und Abgeschlagenheit. Weiterhin können sie auch das Selbstbewusstsein stärken und helfen bei Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten und Rechenschwierigkeiten, oder sie dienen der Entspannung.
Die Brain-Gym-Übungen bilden das Kernstück der Edu-Kinestetik (Educational Kinesiology, abgekürzt EK). Education stammt von dem lateinischen Wort educare (herausholen, herausziehen). Kinesiology ist abgeleitet vom griechischen Wort kinesis (Bewegung). Kinesiologie ist die Lehre der Bewegung des menschlichen Körpers.
Erfinder dieser Lerngymnastik ist Paul Dennison, der die unterschiedlichsten Bewegungsübungen mit seiner Frau entwickelt und deren Wirkung genau beschrieben hat. Die Begriffe für die einzelnen Übungen wurden ganz bewusst kindgerecht gewählt. Die Bewegungsübungen helfen den Kindern, ihre verborgenen Fähigkeiten und Potentiale herauszuholen, ohne dass der Lernstoff mit Gewalt eingehämmert wird. Paul Dennison hat den Satz geprägt: „Bewegung ist das Tor zum Lernen.“ Kinder wissen instinktiv, wie man lernt. Sie sind flexibel und entspannt in ihrer Umgebung. Ihnen ist diese Lernfähigkeit angeboren. Ihr Gehirn ist in einem offenen und aufnehmenden Zustand des Lernens. Eine Fülle an Informationen kann aufgenommen werden, und innerhalb von kürzester Zeit setzen die Kinder diese Informationen in Handlungen um.
Bewegung heißt hier, dass über den äußeren Vorgang von koordinierten Bewegungsabläufen, wie z.B. den Überkreuz-Übungen, auch innere Prozesse ablaufen. Durch diese einfachen und amüsanten Bewegungen werde die für das Lernen benötigten Hirnareale aktiviert. Eine Überkreuz-Bewegung ist aber nicht nur Bewegung für das Gehirn, sondern auch Bewegung für den Körper. Wenn man die linke Hand zum rechten Bein führt, steuert die linke Hirnhälfte die Bewegungen des rechten Beins, und die rechte Gehirnhälfte steuert die linke Hand.
Lernen durch Bewegung berücksichtigt den Zusammenhang zwischen Denk- und Bewegungsfähigkeit und bringt so beim Lernen den Körper wieder ins Spiel (Hand, Augen, Ohren, …)
Lernen schließt auch die körperlichen Fähigkeiten mit ein:
- Augen zusammenbenutzen, Augen gleichzeitig zielgerichtet bewegen
- Nacken entspannt halten
- Augen-Hand-Koordination
- Verbindung zwischen Gehirn und Ohren
Sobald wir alle gelernt haben, Augen, Hände und Körper koordiniert zu bewegen (wie in einem Konzert), hat Brain-Gym seinen Zweck erreicht.
Sollten deutliche Lernstörungen und Koordinationsprobleme vorliegen, empfiehlt sich eine kinesiologische Einzelsitzung zur genauen Abklärung und zum Herausfinden der passenden Brain-Gym-Übungen. Wenn leichtes Lernen möglich ist, wird das Leben spannend und voller einzelner Neuigkeiten. Alles fügt sich dann oft mit einem großen Aha-Erlebnis zu einem Gesamtbild zusammen.
Beate Winterfeld